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Pianiga, Venetien, Italien


Pianiga, Italien, in der Provinz Venetien
- Giebelstadts erste Städtepartnerschaft

Pianiga liegt im extremen südwestlichen Zipfel der Provinz Venedig. Es grenzt zum Teil an die Provinz Padua und zum Teil an die Gemeinden Santa Maria di Sala, Mirano, Mira, Dolo und Fiesso d´Artico. Die Hauptbeschäftigung der Bewohner war bis zum 2. Weltkrieg die Landwirtschaft: meist waren es Pächter oder Halbpächter, die den Boden der Großgrundbesitzer aus Venedig oder Padua bearbeiten. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und mehr noch später mit den Jahren des großen wirtschaftlichen Aufschwungs kam es zu den ersten Firmengründungen. Heute ist die Industrie in der Gemeinde in den folgenden Sektoren beheimatet: Bauindustrie, Holz- und Metallverarbeitung, Möbel- und Schuhindustrie - außerdem, wenn auch in geringerem Ausmaß, Textilindustrie, Glasverarbeitung und Lebensmittelweiterverarbeitung. Ungefähr die Hälfte von ihnen sind Handwerksbetriebe. Die wirtschaftliche Entwicklung hat sehr in die Umwelt eingegriffen: Mit der Reduktion der großen, ausgedehnten wirtschaftlichen Anbauflächen ist eine Zunahme des Baugrundes einhergegangen. Pianiga hat das Aussehen einer ruhigen Wohnsiedlung angenommen, während sich in den verschiedenen Ortsteilen die Produktionsbetriebe angesiedelt haben.

In Cazzago, einem Ortsteil Pianigas, ist der Grund die Bahnstation und die Nähe der Autobahnauffahrt, während bei Mellaredo eine wichtige Rolle die Staatsstraße Padua-Treviso spielt, die durch den Ortsteil führt. Rivale ist der am dünnsten besiedelte Gemeinerteil des Gemeindegebiets - aber auch hier haben sich einige mittelgroße Betriebe niedergelassen, die für eine hervorragende Beschäftigungslage garantieren.

Pianigas Geschichte
Die Erforschung des Ursprungs der Siedlung Pianiga ist ein Problem, das im Wesentlichen von einem der ersten einheimischen Historiker, Don Fortunato Giacomello, gelöst worden ist: er befand als erste dauerhaft Seßhafte im Gemeindegebiet die Römer - ab dem II. und III. Jhdt. n. Chr. Natürlich zogen aber auch schon weit früher, fast unvermeidbar, in vorhistorischer Zeit verschiedene Stämme durch das Gebiet. Die Hauptstraßen, die die großen Zentren Venetiens miteinander verbanden, waren auch dem II. und I. Jhdt. v. Chr., die großen Straßen kreuzten sich mit den zahlreichen kleineren örtlichen Straßentrassen, an denen sich die Militärstatthalter niedergelassen hatten. Auch Pianiga scheint als bewährtes Feldlager in der Nähe eines großen Grundbesitzes entstanden zu sein. Auf sichere Notizen über den Ort müssen wir uns bis zum frühen Mittelalter gedulden, als der Name in Dokumenten, Schenkungen und Kaufurkunden auftaucht. Die ersten, die Besitzungen im heutigen Gemeindegebiet für sich beanspruchten, waren im IX. Jhdt. die Partecipazio; später folgten (durch eine Schenkung) auf die großen weltlichen Grundbesitzer die Klöster und verschiedene religiöse Vereinigungen, die durch das gesamte Mittelalter und in den Jahrhunderten unter der Herrschaft der Republik Venedig eine wichtige Rolle in der Gegend spielten. Lokaler Machthaber war der Vasall, in unserem Fall war es zu Anfang ein Vikar des Klosters, der seinerseits einen Marigo als Vorsteher des Ortes wählte. Ihm standen bei seinen Geschäften weitere, niederrangigere Amtspersonen zur Seite: diese Verwaltungsstruktur erwies sich als so leistungsfähig, dass sie auch unter der Herrschaft Venedigs beibehalten wurde. Fast 400 Jahre herrschte die Republik Venedig ununterbrochen über den Ort von 1405 bis Ende des XVIII. Jhdts. Das gesamte Hinterland wurde zum einen in Gemeinden unterteilt, die jeweils direkt von einem venezianischen Patrizier, als Repräsentant der Republik, regiert wurden - zum anderen in Vikariats-Bezirke, die jährlich einem lokalen Adligen zugeteilt wurden (in unserem Falle einem Adligen aus Padua), der direkt dem Stadtvogt und dem Stadthauptmann von Padua unterstand. Pianiga, ein reiner landwirtschaftlicher Ort, gehörte zum Vikariat Mirano. Die Patrizier aus Venedig und Padua begannen recht spät, die großen Möglichkeiten von Investierungen in Grundbesitz zu erahnen - aber ab dem XVI. Jhdt. begann sich die Verwaltung der landwirtschaftlichen Besitzungen dahingehend zu ändern, dass man anfing Anbaukriterien und Typologie der angebauten Lebensmittel unter einem anderen Licht zu sehen. Man setzte sich zum Ziel, einen Teil der Produkte auf den Markt zu bringen: rentable Kulturen wurden ebenso ausfindig gemacht wie alternative Tätigkeiten zur einen Landwirtschaft. Wollweberei und Seidenraupenzucht erlebten einen großen Aufschwung. Mit umfassenden Urbarmachungs-Arbeiten wurde versucht, den regelmäßig auftretenden Verheerungen zuvorzukommen, die durch Hochwasser und Überschwemmungen der Flüsse hervorgerufen wurden. Das neuerliche Interesse am Grundbesitz brachte den Bau zahlreicher Villen und Paläste mit sich - aber der Hauptreichtum, der vorsichtige und umsichtige Investierungen zur Grundlage hatte, war fast vollständig in den Händen der Großgrundbesitzer. Diese waren zum großen Teil Auswärtige, die fast das ganze Jahr über fern in der Stadt wohnten und die Dorfbevölkerung allein ließen mit Steuern und Abgaben und im Kampf gegen die Hungersnot, die immer im Hintergrund lauerte - gegen den fast endemischen Hunger und das chronische Sich-Ausbreiten von Pest und anderen fürchterlichen Infektionskrankheiten. Der einzige relative Ausgleich zu all diesen Leiden war vielleicht, dass sich die ansässige Bevölkerung eine gewisse Unabhängigkeit erhalten hatte - dank der Zubilligung der direkten Wahl ihrer Marigen und Deganen durch ein Stichwahlsystem. Die öffentlichen Versammlungen wurden normalerweise zwei Mal im Jahr einberufen, und die Teilnehmer wurden in der Kirche durch das Läuten der Glocken zusammengerufen.

1796 nahm die politische Entwicklung eine jähe Wende: die französischen Truppen Napoleons fielen in Italien ein - sie besetzten Verona und machten sich daran, die Republik Venedig einzunehmen. Im Mai 1797 marschierten sie dann als Eroberer in die Stadt des Markus-Löwen ein. Der Vorwand war gewesen, die kaiserlichen österreichischen Truppen zu schlagen und sich als die Träger der Grundsätze der Revolution (Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit) zu profilieren. Im Oktober des gleichen Jahres wurde mit Österreich das Abkommen von Campoformido geschlossen, das eine Neuverteilung von Lambadei, Venetien und Friaul vorsah. Die folgenden Jahre waren ziemlich unruhig - gekennzeichnet vom Durchzug zahlreicher Armeen und von plötzlichen Wechseln in der Politik. Die Herrschaft der Franzosen brachte eine Verwaltungsneuordnung des gesamten Gebiets mit sich, die auch von den ihnen folgenden Österreichern beibehalten wurde. 1806 wurden Gemeinden und Bezirke gegründet - die Gründung Pianigas geht zurück auf den 20. Juli selbigen Jahres. Ein Jahr später wurden Arino und Cazzago in die Gemeinde eingegliedert (wenig später allerdings wieder teilweise auf andere Gemeinden verteilt) und bald darauf auch Rivale und Ballò. Pianiga gehörte zum Brenta-Verwaltungsbezirk in der Provinz Padua.

Mit der Herrschaft der Österreicher wurde das Gemeindegebiet leicht verändert (Ballò ging an eine Nachbargemeinde, dafür kam Mellaredo neu hinzu), und mit einigen angrenzenden Gemeinden der Provinz Padua 1853 der Provinz Venedig angegliedert.

Die Herrschaft der Habsburger wurde von den Italienern mit Mißtrauen und Antipathie betrachtet - die öffentlichen Arbeiten machten allerdings genauso wie die Volksbildung unter ihrer Herrschaft große Fortschritte. Sie bauten neue Straßentrassen und konstruierten die erste Eisenbahnlinie, die durch die Fraktion Albarea ging.

Nach langwierigen Kämpfen nahmen die italienischen Truppen Venetien ein, und im Oktober 1866 wurden dessen Provinzen (der Ort Pianoiga einschlossen) durch Volksabstimmung Teil des Königreichs Italien.

Eine der ersten Handlungen der neuen Regierung war die Neuordnung der Gemeindeverwaltungen. Es wurde eine Körperschaft bestehend aus Bürgermeister und Gemeindeausschuss, der von der (von den Wählern bestimmten) Gemeindeverwaltung gewählt wurde. Aber allein der gute Wille der Neugewählten konnte nicht ausreichen, um die traditionellen Probleme der Landbevölkerung zu lösen: mächtige Emigrationswellen führen die Bevölkerung in andere europäische und aussereuropäische Staaten. Dieser Auswanderungsstrom dauerte bis in die ersten Jahrzehnte dieses Jahrhunderts, dann wurde er unterbrochen von den beiden Weltkriegen. Aber auch diese brachten keine Lösung.

Erst der relativ spät einsetzende wirtschaftliche Aufschwung kehrte das Phänomen der Landflucht um und wurde zum Anfang eines neuen Kapitels auch unserer Gemeindegeschichte.

Pianigas Kulturschätze
Pianiga ist ein aktives und lebhaftes Zentrum mit modernen Bauten und interessanten Monumenten: besonders schön der bedeutendste Kirchenbau des Gebiets, die dem Heiligen Abt Martino von Tours geweihte Pfarrkirche. Die ersten Dokumente, in der sie erwähnt wird, gehen auf das XII. Jhdt. zurück - es wird allerdings angenommen, dass der Bau mindestens aus dem frühen Mittelalter stammt. Die originale Struktur soll sogar vorchristlichen Ursprungs sein. Die heutige Kirche geht in ihren Grundlinien auf das XIII. Jhdt. zurück, auch wenn ein beachtlicher gotischer Einfluss nicht zu verkennen ist. Die Front ist sehr einfach und elegant gehalten, verkleidet mit Backsteinfliesen aus Trexiso und verschönert durch einen extremen Bogengang, der gestützt wird von zwei Steinkolonnen. Unter dem Laubengang die das Portal beherrschende Lünette ist verziert mit einer Freske, die den Heiligen Martin zeigt, wie er seinen Mantel mit dem Armen teilt. An den Wänden im Inneren können sie noch die Reste von Fresken-Malereien aus dem XVI. Jhdt. ausmachen, die einst den gesamten Innenraum verziert hat. Aus dem XVII. Jhdt. und vollständig mit Fresken ausgeschmückt ist die Kapelle mit dem Taufbecken. An den Wänden können Sie einen Zyklus bewundern, der verschiedene Legenden über den Heiligen Martin zeigt (1608), während an der Decke eine zeitgenössische Lobpreisung des Paradieses dargestellt ist. Auch das Becken selbst ist antiken Ursprungs, aus griechischem Marmor - der Sockel hingegen ist aus afrikanischem Marmor. Die Metallkuppel ist neueren Ursprungs - sie ist später dazugekommen. Chorraum und Hauptaltar sind vom Ende des XVII. Jhdt. Über dem Altar haben wir einen schönen Polyptychon aus mit Gold lackiertem Holz - er wird der Schule von Giambellino zugeschrieben. An den Seiten des Chorraums hat man im Jahre 1909 noch Räumlichkeiten angebaut, die durch eine doppelte Arkaden-Reihe mit dem Chorraum selbst verbunden sind. Neben der Kirche erhebt sich der Glockenturm, der ebenso verkleidet ist wie das Gotteshaus selbst. Das alte Pfarrhaus nebenan hat eine elegante Fassade mit einem arkadendurchbrochenen Laubengang. Das gleiche Arkadenmotiv wiederholt sich an den Fenstern der herrschaftlichen Etage.


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